Reisen mit Hund

Urlaub mit Hund: Die besten Regionen in Deutschland – und was unterwegs gilt

Ostsee, Nordsee, Harz, Schwarzwald, Allgäu und Heide: wo Hunde willkommen sind, wann sie an den Strand dürfen und welche Regeln unterwegs gelten – mit offiziellen Quellen.

Strandzugang mit Holzbohlenweg durch die Dünen auf Juist
Foto: Dietmar Rabich / Wikimedia Commons / „Juist, Strandzugang -- 2014 -- 3496“ / CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten)

Eine Unterkunft, in der Hunde erlaubt sind, ist beim Urlaub mit Hund selten das größte Problem. Schwieriger sind die Regeln vor Ort: Wann darf der Hund an den Strand? Wo gilt Leinenpflicht, und ab wann? Was kostet die Fähre, was die Bahn? Diese Fragen regelt in Deutschland fast jede Gemeinde, jeder Nationalpark und jedes Bundesland ein bisschen anders. Wir haben die wichtigsten Regeln für die beliebtesten Regionen bei den offiziellen Stellen nachgelesen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Meer ist die Nebensaison Hundesaison. Auf Sylt dürfen Hunde vom 1. November bis 14. März an fast alle Strände, an der Ostsee in Schleswig-Holstein gilt als Faustregel Oktober bis März. Im Sommer bleiben meist nur ausgewiesene Hundestrände.
  • In Nationalparks gilt fast immer Leinenpflicht – im Harz, im Wattenmeer, an der Müritz, im Schwarzwald und im Bayerischen Wald.
  • Brut- und Setzzeit beachten: In Niedersachsen gilt vom 1. April bis 15. Juli Leinenpflicht in Wald und freier Landschaft, in Sachsen-Anhalt schon ab 1. März. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind Hunde im Wald ganzjährig an die Leine zu nehmen.
  • Bahn: Kleine Hunde in einer Transportbox fahren kostenlos, große zahlen den halben Fahrpreis und brauchen Leine und Maulkorb.
  • EU-Ausland: Mikrochip, gültige Tollwutimpfung und EU-Heimtierausweis sind Pflicht, für einige Länder zusätzlich eine Bandwurmbehandlung.

Die besten Regionen für Urlaub mit Hund in Deutschland

1. Ostsee in Schleswig-Holstein: viele Hundestrände, klare Saisonzeiten

An der Ostsee in Schleswig-Holstein dürfen Hunde laut Ostsee-Holstein-Tourismus als Faustregel von Oktober bis März an die Strände – jeder Ort legt aber eigene Daten fest. In Eckernförde sind es zum Beispiel alle Strände vom 1. November bis 31. März, sonst nur der Hundestrand. In Timmendorfer Strand und Niendorf gilt die Freigabe vom 1. Oktober bis 31. März. Allein die Probstei hat acht Hundestrände, verteilt auf Schönberg, Heidkate, Stein und Laboe. Laut Tourismusverband kosten die meisten Hundestrände weder Eintritt noch Kurtaxe, Parkgebühren können aber anfallen. Im Wald gilt in Schleswig-Holstein ganzjährig Leinenpflicht.

Passt für: Strandurlaub im Frühjahr und Herbst, kurze Anreise aus Norddeutschland
Der Haken: Von etwa April bis September bleiben in vielen Orten nur einzelne Hundestrände.

2. Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern: Strände und Nationalparks

Auch in Mecklenburg-Vorpommern haben viele Ferienorte Hundestrände, mit und ohne Leinenzwang; außerhalb der Saison werden die Regeln vielerorts gelockert. Ob an einer Badestelle Hunde erlaubt sind, zeigt die Badewasserkarte des Landes. In Binz gibt es laut Kurverwaltung Hundestrände an den Strandabgängen 2, 3, 50 und 51, in Prora an den Abgängen 55, 56 und 59; vom 1. Oktober bis 30. April darf man mit angeleintem Hund an den ganzen Strand. In den drei Nationalparks des Landes sind Hunde willkommen, müssen aber angeleint sein – im Wald gilt das landesweit ganzjährig.

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Der Haken: Die Ortsregeln sind uneinheitlich und ändern sich – vor der Reise auf der Website der Gemeinde nachsehen.

Wie die Ostsee außerhalb der Saison aussieht, zeigt unser Artikel Ostsee im Winter.

3. Nordsee: Sylt, Norderney, Borkum und das Wattenmeer

Sylt ist im Winter eine der großzügigsten Inseln: Vom 1. November bis 14. März dürfen Hunde an nahezu allen Stränden ohne Leine laufen. Vom 15. März bis 31. Oktober gilt Leinenpflicht, und Hunde dürfen nur an die ausgewiesenen Hundestrände. Ganzjährig an die Leine müssen sie unter anderem in List und am Ellenbogen, in Kampen, in ganz Westerland samt Promenade, an der Ostseite der Insel, in Naturschutzgebieten und auf Deichen mit Schafen. Angeleint fahren Hunde kostenlos in den Inselbussen.

Norderney hat zwei Hundestrände und eine Hundewiese an der Schutzhalle Weststrand – nur dort dürfen Hunde ohne Leine laufen, sonst gilt auf der Insel ganzjährig Leinenpflicht. Einen Gästebeitrag für Hunde erhebt Norderney nicht. Borkum hat drei Hundestrände; Freilauf ist dort nur außerhalb der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis 15. Juli erlaubt, im Ort gilt ganzjährig Leinenpflicht.

Im Nationalpark Wattenmeer sind die Regeln streng: In Schleswig-Holstein gilt im gesamten Nationalpark und auf den Deichen immer Leinenzwang. In Niedersachsen müssen Hunde in Ruhe- und Zwischenzone ganzjährig angeleint sein, vom 1. April bis 15. Juli überall in der freien Landschaft. Auf vielen Deichen sind Hunde gar nicht erlaubt.

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Der Haken: Im Sommer bleiben nur kleine Hundestrände, und auf den Deichen ist meist Schluss.

Mehr zu Fähren, Wetter und Inseln in der kalten Jahreszeit: Nordsee im Winter.

4. Harz: Nationalpark mit Leine, Freilaufflächen am Rand

Im Nationalpark Harz sind Hunde ausdrücklich willkommen, müssen aber stets an der Leine geführt werden, und es gilt ein striktes Wegegebot. Eine Besonderheit: Hundekotbeutel sollen im Nationalpark nicht verwendet werden, der Kot darf etwas abseits des Wegs liegen bleiben. Zum Toben gibt es laut Harzer Tourismusverband eingezäunte Freilaufflächen, etwa den Hundewald in Wildemann (rund 3.000 Quadratmeter), in Wolfshagen (rund 5.000 Quadratmeter) und in Hahnenklee. Da der Harz in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt liegt, gelten zwei Brut- und Setzzeiten: ab 1. April beziehungsweise ab 1. März, jeweils bis 15. Juli. Mit der Brockenbahn fährt ein Hund im geeigneten Behältnis kostenlos, sonst kostet die Hundefahrkarte zum Brocken 13 Euro einfach.

Passt für: Wanderurlaub, Winterwandern, Bahnfahrt auf den Brocken
Der Haken: Ohne Leine geht im Nationalpark nichts – für Hunde mit viel Bewegungsdrang die Freilaufflächen einplanen.

Was der Harz im Winter bietet: Harz im Winter.

5. Schwarzwald: Seen mit Badeverbot, Weiher mit Badespaß

Im Schwarzwald gilt in den Naturschutzgebieten Leinenpflicht, etwa am Feldberg, und im Nationalpark Schwarzwald müssen Hunde immer angeleint sein. Für heiße Tage wichtig: Im Titisee und im Feldsee ist Baden für Hunde verboten, am Feldsee wegen einer seltenen geschützten Wasserpflanze. Hochschwarzwald Tourismus nennt den Windgfällweiher und den Mathisleweiher als Gewässer, in denen Hunde baden dürfen. Hundefreundliche Gastgeber listet die Region auf ihrer Website.

Passt für: Wanderurlaub, Seen im Sommer, Winterwandern
Der Haken: Die bekanntesten Seen sind für Hunde tabu.

Mehr zum Hochschwarzwald in der kalten Jahreszeit: Schwarzwald im Winter.

6. Allgäu: Berge, Bergbahnen und Kühe

Im Allgäu gibt es laut Allgäu GmbH kein allgemeines Leinengesetz – auf Almen und Viehweiden gehören Hunde aber ausnahmslos an die kurze Leine. Das Landwirtschaftsamt Kempten rät, den Hund an der Leine zu halten und ihn sofort abzuleinen, wenn ein Angriff von Kühen absehbar ist. In fast allen Bergbahnen und Bussen gilt Leinen- und Maulkorbpflicht, und Hunde brauchen ein eigenes Ticket. Hundekot muss ohne Ausnahme mitgenommen werden: Ein Parasit daraus kann bei Rindern Fehlgeburten auslösen. In den Matratzenlagern der Hütten sind Hunde nicht erlaubt.

Passt für: aktive Hunde, Bergwandern, Urlaub auf dem Bauernhof
Der Haken: Mutterkühe auf den Weiden verlangen Respekt und Abstand.

7. Lüneburger Heide: viel Platz, klare Leinenregeln

In der Lüneburger Heide gilt wie in ganz Niedersachsen vom 1. April bis 15. Juli Leinenpflicht in Wald und freier Landschaft; Verstöße können laut Landwirtschaftsministerium mit bis zu 5.000 Euro geahndet werden. Im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide müssen Hunde laut Tourismusverband dauerhaft an die Leine. Gut zu wissen für Familien mit Hund: Im Heide Park, im Serengeti-Park und in mehreren Wildparks sind Hunde an kurzer Leine erlaubt, im Weltvogelpark Walsrode nicht.

Passt für: Wandern und Radfahren im flachen Land, Familien mit Hund
Der Haken: In den Naturschutzgebieten stehen keine Kotbeutelspender – selbst mitbringen.

8. Seen und Wälder: Müritz und Bayerischer Wald

Im Müritz-Nationalpark an der Mecklenburgischen Seenplatte müssen Hunde im Wald und auf den Wiesen das ganze Jahr angeleint sein, auch an den Seen gibt es keinen Freilauf. Im Nationalpark Bayerischer Wald verbietet die Verordnung freilaufende Hunde; Baumwipfelpfad, Hans-Eisenmann-Haus und die begehbaren Tiergehege sind für Hunde tabu. Angeleint fahren sie dafür kostenlos im Igelbus.

Passt für: ruhige Wander- und Seenurlaube
Der Haken: Für Hunde, die frei laufen wollen, sind beide Nationalparks nichts.

Leinenpflicht und Brut- und Setzzeit: was wo gilt

Bundesland Regel für Hunde Rechtsgrundlage
Niedersachsen 1. April bis 15. Juli Leinenpflicht in Wald und freier Landschaft § 33 NWaldLG
Sachsen-Anhalt 1. März bis 15. Juli Leinenpflicht in Wald und freier Landschaft § 28 LWaldG LSA
Brandenburg ganzjährig Leinenpflicht im Wald § 15 LWaldG
Mecklenburg-Vorpommern ganzjährig Leinenpflicht im Wald § 29 LWaldG M-V
Schleswig-Holstein ganzjährig Leinenpflicht im Wald § 17 LWaldG

Dazu kommen die Regeln der Nationalparks, Naturschutzgebiete und Gemeinden, die oft strenger sind. Die Tabelle ersetzt keinen Blick in die Regeln vor Ort.

Anreise mit Hund: Bahn und Auto

Mit der Bahn: Kleine Hunde bis zur Größe einer Hauskatze fahren in einer Transportbox kostenlos. Größere Hunde zahlen im Fernverkehr die Hälfte des Flex- oder Sparpreises für Erwachsene, im Nahverkehr die Hälfte des Normalpreises; sie müssen angeleint sein und einen Maulkorb tragen. Einen Sitzplatz kann man für Hunde nicht reservieren, und das Deutschland-Ticket gilt nicht für zahlungspflichtige Hunde. Ins Ausland gibt es Einschränkungen: Nach Großbritannien, Irland und Norwegen dürfen keine Haustiere mit, große Hunde sind auf Fahrten nach Italien ausgeschlossen.

Mit dem Auto: Ein Hund gilt im Straßenverkehr als Ladung und muss gesichert sein, etwa mit Transportbox, Trenngitter oder Sicherheitsgeschirr. Laut ADAC drohen bei fehlender Sicherung 35 bis 75 Euro Bußgeld, mit Gefährdung oder Unfall auch ein Punkt. Und im Sommer gilt: Hunde nie im Auto warten lassen. Der ADAC warnt, dass es im Auto schnell bis zu 60 Grad heiß werden kann – auch ein geöffneter Fensterspalt hilft nicht.

Mit dem Hund ins EU-Ausland

  • Pflicht für alle EU-Länder: Mikrochip, gültige Tollwutimpfung und EU-Heimtierausweis. Seit dem 22. April 2026 gilt dafür eine neue EU-Verordnung; die aktuellen Anforderungen erklärt das Bundeslandwirtschaftsministerium.
  • Tollwutimpfung rechtzeitig: Der Hund muss bei der Impfung mindestens zwölf Wochen alt sein und vorher gechippt werden. Gültig ist die Impfung frühestens 21 Tage nach der Grundimmunisierung.
  • Bandwurmbehandlung: Für Finnland, Irland, Malta, Nordirland und Norwegen muss ein Tierarzt den Hund frühestens 120 und spätestens 24 Stunden vor der Einreise gegen den Fuchsbandwurm behandeln und das im Ausweis eintragen.
  • Rasseverbote: Dänemark verbietet 13 Hunderassen und ihre Mischlinge, darunter Pitbull Terrier und American Staffordshire Terrier – ausdrücklich auch für Urlauber.
  • Mittelmeer und Leishmaniose: Im Mittelmeerraum übertragen Sandmücken von April bis November die Leishmaniose. Die Parasitologen von ESCCAP empfehlen Mittel gegen Mücken, den Hund abends und nachts im Haus zu lassen und Insektengitter; eine Impfung mindestens vier Wochen vor der Reise schützt zusätzlich, aber nicht vollständig.

Unterkunft und Kosten: darauf solltest du achten

  • „Hund erlaubt“ genau lesen: Viele Unterkünfte erlauben nur einen Hund, nur kleine Hunde oder verlangen einen Aufpreis pro Nacht. Lass dir Größe, Anzahl und Kosten vor der Buchung schriftlich bestätigen.
  • Nebenkosten einplanen: Fähren und Bergbahnen kosten für Hunde oft extra – nach Norderney zum Beispiel 6,40 Euro laut Reederei (Stand März 2026), die Hundefahrkarte zum Brocken 13 Euro einfach. Ob für Hunde ein Gästebeitrag anfällt, regelt jeder Ort selbst; Norderney erhebt keinen.
  • Regeln zum Hundekot unterscheiden sich: Im Allgäu muss alles mitgenommen werden, in den Nationalparks Harz und Müritz sollen keine Beutel im Gelände landen. Am besten vor Ort lesen, was gilt.
  • Lieber außerhalb der Hauptsaison: Im Frühjahr, Herbst und Winter sind an der Küste mehr Strände für Hunde offen, und die Hitze ist kein Thema.

Quellen

Stand der Angaben: 26. Oktober 2026. Regeln, Saisonzeiten und Preise ändern sich – vor der Reise bei Gemeinde, Nationalpark oder Verkehrsunternehmen prüfen.

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